Ein Großteil der Kommunikation in Großunternehmen wird in der Zentrale ersonnen. Von einer Abteilung, die sehr weit weg ist von der Lebens- bzw. Arbeitsrealität ihrer Bezugsgruppen. Die Folgen: Botschaften, die nicht verstanden werden. Kommunikationskampagnen, die kaum jemanden erreichen. Eine Wortwahl und Bildersprache, die aufgesetzt und seelenlos wirkt. Veranstaltungsformate, die im besten Fall unterhalten, im schlechtesten Fall peinlich berühren. Kurz und knapp: Jede Menge Kasperletheater.

Was nützt die aufwändig kreierte Posterkampagne, die Mitarbeiter mit dem Firmenlogo zeigt und ihre Verbundenheit mit ihrem Arbeitgeber ausdrücken soll, wenn die Arbeitsbedingungen keine echte Freude und Leistung aufkommen lassen wollen? Was bringt ein internationaler Wettbewerb, bei dem Teams ihre Gesangskünste im Videoformat dokumentieren können, wenn Reiserestriktionen und eine fehlende Kommunikationsinfrastruktur die länderübergreifende Zusammenarbeit im beruflichen Alltag erschweren? Was soll die als Wimmelbild transportierte Unternehmensstrategie, wenn Mitarbeitern die für operative Entscheidungen benötigten Informationen fehlen?

Die Daseinsberechtigung der Internen Kommunikation liegt nicht darin, die Musikkapelle zur Unterhaltung der Belegschaft zu stellen. Erst recht nicht, wenn das Unternehmen aufgrund der Kollision mit einem Eisberg (Stichwort Disruption) bereits in Schieflage geraten ist. Primäre Aufgabe der Kommunikation ist es, Wertschöpfung möglich zu machen, indem sie Zusammenarbeit fördert, Mitarbeitern und Führungskräften die benötigten Informationen zur Verfügung stellt, externe Referenzen aus dem Markt verstärkt und zu einem motivierenden, leistungsorientierten Arbeitsumfeld beiträgt.

Diesem Anspruch wird die Interne Kommunikation – besonders in Großunternehmen – selten gerecht. Woran das liegt und was dagegen getan werden kann, habe ich in einem Vortrag für den Themenabend der SCM-Tagung Interne Kommunikation herausgearbeitet. Die von Deekeling Arndt Advisors ausgerichtete Abendveranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Hello from the other side – Interne Kommunikation als Dolmetscher zwischen den Welten“.

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Interne Kommunikation in Großunternehmen: Schluss mit dem Kasperletheater

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